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19.10.11
SPD Neunkirchen lud ein zum politischen Frühschoppen aus Anlass des Tags der Deut-schen Einheit

Zu einem politischen Frühschoppen anlässlich des Tages der Deutschen Einheit hatte die SPD Neunkirchen am 3. Oktober in das Sporthotel Hellertal eingeladen.

„Wie kann man diesen Tag besser feiern, als mit Gästen, die als Zeitzeugen den Umbruch hautnah miterlebt haben“, fragten sich die Sozialdemokraten im Vorfeld. So hatte man dazu auch die Delegation der Partnerstadt Pausa im Vogtland eingeladen, die zur Erneuerung der nunmehr über 20 Jahren bestehenden Partnerschaft in Neunkirchen weilten. Das Interesse an dieser Veranstaltung war so groß, dass zusätzliche Stühle eingestellt werden mussten.

SPD-Gemeindeverbandsvorsitzender Hans-Dieter Moritz begrüßte die zahlreichen Gäste aus Vereinen, Wirtschaft, Politik und Verwaltung, darunter Bürgermeister Bernhard Baumann und natürlich besonders die Gäste aus Pausa, darunter den Bürgermeister Jonny Ansorge und dessen Vorgänger im Amt, Friedhold Schwabe. In der Begrüßungsrede betonte Moritz, dass diese Partnerschaft auch nach über 20 Jahren mit Leben erfüllt sei, nicht zuletzt weil neben der Verwaltung auch politische Gruppen aus Neukirchen, so die CDU und die AsF (Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen der SPD) den Weg nach Pausa gesucht und gefunden haben.

Pausas Bürgermeister Jonny Ansorge mit Neunkirchens SPD GV-Vorsitzendem Hans-Dieter Moritz und SPD MdB Willi Brase

Bürgermeister Baumann – selbst im damaligen Zonengrenzgebiet groß geworden und familiär durch die Teilung und Wiedervereinigung betroffen - ließ noch einmal die Geschichte der erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen Pausa und Neunkirchen Revue passieren, gewürzt durch kleine Anekdoten aus der Zeit, die er miterleben durfte. Er freute sich, dass aus der einstigen Hilfeaktion für die Vogtland-Gemeinde eine Partnerschaft auf gleicher Augenhöhe erwachsen sei, die von beiden Seiten stets als äußerst positiv und erfolgreich bewertet worden ist.

Jonny Ansorge, heutiger Bürgermeister von Pausa, legte den Schwerpunkt seiner Rede auf die Ereignisse rund um den Fall der Mauer, in deren Höhepunkt die aufbegehrenden Bürger auch in die Gewehrläufe der NVA und Volkspolizei schauen mussten. Aber es ist kein Schuss gefallen. „Denn auf der anderen Seite standen unsere Söhne und Töchter, unsere Freunde und Bekannten“, so Ansorge, dessen emotionalen Ausführungen mit großer Aufmerksamkeit und Anteilnahme gefolgt wurde.

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Willi Brase wies in seinem Vortrag darauf hin, dass die Voraussetzungen für den Fall der Mauer und damit der Vereinigung beider deutscher Staaten von Willi Brand und seiner beharrlichen Ostpolitik geschaffen wurden. Die europäische Zusammenarbeit – bei aller Kritik – dürfe nicht in Frage gestellt werden, sondern müsse weiter voran getrieben werden. „60 Jahre Frieden in Europa – das wäre ohne die Europäische Gemeinschaft nicht möglich gewesen“, war seine klare und eindeutige Aussage dazu.

Abschluss des offiziellen Teils bildete das gemeinsame Singen der Nationalhymne. Im Anschluss verbrachte man noch einige gesellige Stunden miteinander. Viele Anekdoten und Geschichten aus der gelungenen und für beide Seiten immer erfreuliche Zusammenarbeit beider Kommunen aus den ehemals getrennten deutschen Gebieten machten dabei die Runde.
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